10.05.2020 - 17:00 (CET)

Alon Sariel, Mandoline und Laute
Ania Vegry, Sopran
Boris Kusnezow, Klavier

Werke von Laks, Ben-Haim, Rossi, Kapsberger, Monteverdi, Morley, Beethoven, Mozart und Livingston

Sonntag, 10. Mai 2020 – Villa Seligmann

Alon Sariel, Mandoline und Laute

Alon Sariel wurde in Beersheba (Israel) geboren und ist als Mandolinist, Lautenist und Dirigent sowohl auf dem Gebiet der Alten als auch der Neuen Musik zu Hause. Zeitgenössisches Repertoire, das für ihn geschrieben wurde, hat er zahlreich zur Aufführung gebracht. Konzertreisen führten ihn zu international bedeutenden Festspielen – Salzburg Biennale für Neue Musik oder das Festival Oude Muziek in Utrecht – sowie auf Bühnen wie die

Philharmonie in Berlin, die Sala São Paulo in Brasilien oder den Palacio de Bellas Artes in Mexiko-Stadt.

Seine Offenheit für andere Genres von Folk bis Avantgarde, bringt ihn mit herausragenden Musikern verschiedener Stile im Konzert zusammen: Sopran Dame Emma Kirkby, Kontratenor Andreas Scholl, Ausnahmetrompeter Markus Stockhausen, Violinist Jean-Christophe Spinosi, Akkordeonist und Banjospieler Stian Carstensen und Klarinettist David Krakauer.

Neben seiner Arbeit als künstlerischem Leiter des internationalen Ensembles Concerto Foscari ist Alon Sariel Gründungsmitglied des Quartetts PRISMA, mit dem er im Jahr 2015 den ersten Preis des Internationalen Biber Wettbewerbs in Österreich gewann.
Engagements als Solist und Dirigent führten ihn zum Münchener Kammerorchester, der Jerusalem Radio Symphony, der Sofia Philharmonic und dem Gauteng Philharmonic Orchestra, den Tel Aviv Soloists, den Barokksolistene in Norwegen und die Camerata Tinta Barocca in Kapstadt.

Als Solist und Mitglied verschiedener Ensembles tourte er in Europa, den USA, Mexiko, Südafrika, Südamerika und im Mittleren und Fernen Osten. Meisterklassen hielt er an Universitäten wie dem Trinity College of Music in London, der Lilla Akademien in Stockholm, der UNAM in Mexiko-Stadt und den Konservatorien von Kazan (Russland) und Celaya (Mexiko) ab. Präsent ist er ebenfalls durch weltweite Medien- und Rundfunkübertragungen, darunter bei Arte, BBC4, dem Bayerischen Rundfunk, WDR3, P2 Klassiskt, Kol HaMusika, WQXR und WNYC.
Seine Diskographie umfaßt Welterstaufnahmen wie Trios für Zupfinstrumente von Paul Ben-Haim (Albany Records) und Yehezkel Braun (IMI), die Komposition Nedudim für Mandoline und Streichorchester von Gilad Hochman (mit dem Deutschen Kammerorchester Berlin für Neue Meister) und das Album “Paisiello in Vienna”, das zum 200. Todesjahr des Komponisten unter großem Kritikerlob bei Brilliant Classics erschien. Im Juni 2017 gab er sein Debüt bei Berlin Classics zum Telemann-Jahr mit der Veröffentlichung “Telemandolin”, die mit einem “Golden Label Award” von
Klassiek Centraal in Belgien und einem OPUS KLASSIK in Deutschland ausgezeichnet wurde.
2019 ist seine neue CD “Rembrandt!” beim Label querstand mit Musik des Niederländischen Goldenen Zeitalters erschienen, sowie zum Bauhausjubiläum das Album “Bach in the White City”. Zum Beethoven-Jahr 2020 hat er Beethovens Mandolinenwerke für NAXOS eingespielt.

Alon Sariel hat internationale Wettbewerbe gewonnen, Preise und Auszeichnungen erhalten und engagierte sich in musikalisch-sozialpolitischen Projekten wie Live Music Now (Yehudi Menuhin), Rhapsody in School (Lars Vogt) und dem West- Eastern Divan Orchestra (Daniel Barenboim).


Ania Vegry, Sopran

Die in London geborene Sopranistin studierte an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover bei Christiane Iven und Charlotte Lehmann wie auch in Madrid bei Teresa Berganza. Bereits während ihres Studiums wurde sie festes Ensemblemitglied der Staatsoper Hannover, wo sie sich zahlreiche Fachpartien erarbeitete, darunter Pamina in Die Zauberflöte, Ilia in Idomeneo, Servilia in La clemenza di Tito und Susanna in Le nozze di Figaro; für diese Partie erhielt sie in der Zeitschrift Opernwelt eine Nominierung zur Nachwuchssängerin des Jahres. Darüber hinaus war Vegry als Gretel in Hänsel und Gretel, Ännchen in Der Freischütz und Sophie in Der Rosenkavalier zu erleben, sang Nanetta in Verdis Falstaff, Oscar in Un ballo in maschera und Gilda in Rigoletto, Puccinis Musetta in La Bohème und Lauretta in

Gianni Schicchi sowie Rosina in Rossinis Il barbiere di Siviglia und Madama Cortese in Il viaggio a Reims wie auch Adina in Donizettis L’elisir d’amore, Cunegonde in Bernsteins Candide und als Constance in Francis Poulencs Les Dialogues des Carmelites. Zudem hat sie zahlreiche Partien des zeitgenössischen Repertoires verkörpert, darunter Gabrielle in Pendereckis Die Teufel von Loudun, Minette in Henzes Die englische Katze wie auch Hermione in Manfred Trojahns Orest und Viola & Cesario in Was ihr wollt.

Gastengagements führten Vegry u.a. an die Deutsche Oper am Rhein, die Deutsche Oper Berlin, das Theater Bremen, die Komische Oper Berlin, das Nationaltheater Mannheim, die Hamburgische Staatsoper, die Alte Oper Frankfurt, das Konzerthaus Berlin, die Meistersingerhalle Nürnberg, die Opéra Garnier in Paris, die Berliner Philharmonie und die Philharmonie am Gasteig in München. Als gefragte Konzertsängerin musiziert Vegry gemeinsam mit Dirigenten wie Alexander Shelley, Jonathan Darlington, Eivind Gullberg Jensen, Simon Halsey, Christopher Hogwood, Keri-Lynn Wilson, Ira Levin, Enrique Mazzola, Gregor Bühl, Marc Albrecht, Joana Mallwitz, Dorian Wilson, Ivan Repusic oder Helmuth Rilling. Sie gibt regelmäßig Liederabende und konzertiert mit namhaften Orchestern wie dem SWR Sinfonieorchester, der Radiophilharmonie des NDR, dem Orchestre de la Suisse Romande und dem Amadeus Chamber Orchestra, der Hannoverschen Hofkapelle, den Nürnberger Symphonikern und mit Ensembles wie dem Neuen Ensemble, Musica Alta Ripa, Musica Assoluta, den Stockholm Chamber Brass, dem Szymanowski Quartett oder dem Arte Ensemble. Zu ihren kammermusikalischen Partnern gehören international renommierte Musiker wie Tabea Zimmermann, Andreas Ottensamer, Albrecht Mayer, Sharon Kam, Markus Becker, Rudolf Buchbinder, Maxim Vengerov, Andrej Bielow, Nicholas Rimmer und Jan-Philip Schulze. So ist sie regelmäßig auf Festivals zu Gast, u.a. dem Rheingau Musik Festival, den Kunstfestspielen Hannover, Braunschweig Classix, Movimentos, Anima Mundi, Collegium Vocale Crete Senesi (Herreweghe), Festival de musique classique à Sion, den Sommerlichen Tagen und der Musikwoche Hitzacker wie auch der Lüneburger Bachwoche.

Für Rundfunkanstalten (NDR, MDR, SWR, BR) hat Vegry wiederholt Opernarien und Liederzyklen aufgenommen. Die Hannoveraner Produktion von Gassmanns
L’Opera Seria auf einer eigens dafür errichteten Bühne im Galeriegebäude der Herrenhäuser Gärten nahm sie zum Anlass, um dessen Oeuvre zu sichten und die bisher nicht verlegten Konzert- und Opernarien zunächst verlegen zu lassen und anschließend mit der NDR Radiophilharmonie unter der Leitung von David Stern für das Label CPO aufzunehmen. In enger Zusammenarbeit mit dem Verlagshaus Boosey & Hawkes entsteht gerade erstmalig eine Gesamtaufnahme des Liedschaffens des polnisch-jüdischen Komponisten Szymon Laks für das Label EDA. Die CD wird 2020 erscheinen. In der kommenden Spielzeit wird Vegry in den Partien der Gilda, Pamina und Sophie (Rosenkavalier) am Anhaltischen Theater Dessau wie u.a. auch als 1. Sopran und Magna Peccatrix in Mahlers 8. Sinfonie mit den Nürnberger Symphonikern in der Meistersingerhalle in Nürnberg zu erleben sein.


Boris Kusnezow, Klavier

Boris Kusnezow zählt zu den gefragtesten Klavierpartnern seiner Generation. Er konzertiert mit herausragenden Instrumentalisten und Sängern weltweit. Seine Auftritte führten ihn in Konzertsäle wie die Carnegie Hall New York,

das Mariinski-Theater St. Petersburg, die Kioi-Hall Tokio, den Münchner Gasteig und die Berliner Philharmonie. Zwölf CD-Einspielungen in diversen Besetzungen und Rundfunkaufnahmen dokumentieren die künstlerischen Aktivitäten des Pianisten. Die Fachpresse (FAZ, Süddeutsche, Fono Forum u.v.m.) würdigt ihn als herausragenden Kammermusiker. Zudem erhielten mehrere CDs Nominierungen für den Opus Klassik und den Preis der Deutschen Schallplattenkritik.

Boris Kusnezow ist darüber hinaus als offizieller Klavierpartner für Streichinstrumente und Gesang zu Gast bei den wichtigsten internationalen Wettbewerben. Dazu zählen der ARDWettbewerb München, der Joseph-Joachim-Wettbewerb Hannover und der Königin Elisabeth Wettbewerb Brüssel.

Das Unterrichten ist ein wichtiges Element im künstlerischen Schaffen des Pianisten. Er lehrt mit großer Leidenschaft an den Musikhochschulen in Hannover und Berlin (Hanns Eisler).

In Moskau geboren begann Boris Kusnezow seine musikalische Ausbildung an der traditionsreichen Gnessin-Akademie. Seit seinem achten Lebensjahr lebt er in Deutschland und absolvierte sein Studium bei Prof. Bernd Goetzke in Hannover. Es folgten der Gewinn des Deutschen Musikwettbewerbs, internationale Auszeichnungen wie das Fellowship des Borletti-Buitoni Trusts sowie Stipendien der Deutschen Stiftung Musikleben und der Studienstiftung des deutschen Volkes.
Boris Kusnezow lebt in Hannover. Neben dem aktiven Musizieren organisiert er eine internationale Musikakademie im Schloss Bückeburg und engagiert sich ehrenamtlich für die Loewe-Stiftung im Bereich Musikförderung.


Programm

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Szymon Laks (1901-1983) – L’oiseau qui n’existe pas

Paul Ben-Haim (1897-1984) – Drei Lieder ohne Worte
– Arioso
– Balade
– Sephardisches Lied

Salamone Rossi (1570-1630)
– Barchu

Giovanni Girolamo Kapsberger (1580-1651)
– Gagliarda

Claudio Monteverdi (1567-1643)
– Oblivion Soave

Thomas Morley (1557/58-1602)
– Now is the Month of Maying

Szymon Laks (1901-1983)
Chants populaires juifs – Acht jiddische Lieder für Stimme und Klavier:
– Ich bin a balagole
– Wiegenlied
– Die gilderne pawe
– Unser rebeniu
– In droïsn is a triber tog
– Gwaldze brider
– Di alte Kashe
– Fraïtik far nacht

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827) & Uri Caine (*1956)
– Andante con Variazioni WoO 44b / Variations on a theme by Beethoven

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1793)
– Arie des Cherubino “Voi che sapete” aus Le nozze di Figaro
– Canzonetta des Don Giovanni “Deh‘ vieni alla finestra” aus Don Giovanni

Jay Livingston (1915-2001)
– Que sera, sera


– Die Sopranistin Ania Vegry wird ihre Gage an die Organisation UNICEF Kinderhilfswerk spenden.  

– Der Pianist Boris Kusnezow möchte mit seiner Gage die Familie des verstorbenen Rabbiner Benjamin Wolff in Hannover unterstützen.

– Der Mandolinist und Lautenspieler Alon Sariel spendet seine Gage zugunsten der Tierschutzorganisation Pro Animale für Tiere in Not e.V.