13.04.2020 - 17:00 (CET)

Elisabeth Kufferath, Violine & Viola
Kiveli Dörken, Klavier

Werke von Mendelssohn, Berio, Kurtág, Bloch, Brahms

Montag, 13. April 2020 – Villa Seligmann

Elisabeth Kufferath

Die gebürtige Hamburgerin Elisabeth Kufferath ist seit seiner Gründung 1992 Mitglied im Tetzlaff Quartett, das auf den großen internationalen Podien wie der Berliner Philharmonie, dem Wiener Musikverein, dem Concertgebouw Amsterdam, der Wigmore Hall in London und der Carnegie Hall in New York aufgetreten ist. 2015 erhielt das Tetzlaff Quartett den Diapason d’Or de l’année für seine Aufnahme von Streichquartetten von Mendelssohn und Berg.
Heinz Holliger zählt Elisabeth Kufferath „zweifelsohne zu den wichtigsten und interessantesten Persönlichkeiten der jüngeren Streichergeneration“. Die Geigerin und Bratschistin mit einer weit gefächerten stilistischen Palette ist eine begehrte Kammermusikerin und vielseitige Solistin.

Neue Musik spielt eine große Rolle für Elisabeth Kufferath. Thorsten Encke und Johannes X. Schachtner schrieben Werke für Violine solo und Viola sola spezifisch für sie. Sie hob das ihr gewidmete Werk Himmelfahrt für Viola solo von Jan Müller-Wieland aus der Taufe und spielte die deutsche Erstaufführung von Elliott Carters Figment IV für Viola. Elisabeth Kufferath arbeitete unter anderem mit den Komponisten Moritz Eggert, Peter Eötvös, Zeynep Gedizlioglu, Helen Grime, Ling-Hsuan Huang, Libby Larsen, Georges Lentz, Manfred Trojahn und Jörg Widmann.

Sie konzertierte mit dem WDR Sinfonieorchester Köln, dem Münchener Kammerorchester, der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern, dem Philharmonischen Orchester Gießen, dem Göttinger Symphonie Orchester, dem Oldenburgischen Staatsor-chester, Ensemble Oriol, musica assoluta, Kammerakademie Potsdam und dem World Youth Symphony Orchestra unter Heinz Holliger, Christoph Poppen, Marcus Creed, Paul Goodwin, Alexander Rumpf und Gerard Schwarz.

Elisabeth Kufferath war zu Gast bei den Berliner Festwochen, dem Schleswig-Holstein Musik Festival, dem Festival Spannungen in Heimbach, den Schwetzinger Festspielen, dem Helsinki Festival, dem Luzern Festival, dem Heidelberger Frühling und dem norwegischen Rosendal Festival. Sie trat als Kammermusikpartnerin von Adrian Brendel, Kirill Gerstein, Gustav Rivinius, Lars Vogt und Tabea Zimmermann auf. In der Saison 2015/2016 war sie ‘Artist in Residence’ an der Auckland University in Neuseeland, wo sie zahlreiche Rezitals und Meisterkurse gab.

2017 erschien Elisabeth Kufferaths erstes Solo-Album Libero, fragile beim Label GENUIN mit Werken für Violine solo und Viola sola. Die Einspielung wurde für den Preis der Deut-schen Schallplattenkritik nominiert und von der Presse enthusiastisch aufgenommen: „…erstaunlich ist, wie zwischen frei und fragil, himmelszirpend zart und erdenschwer hier mit vielen Farben und noch mehr Nuancen musiziert wird. Kufferaths Spiel scheint stets eine fast janusköpfige Mischung aus Leichtigkeit und tiefem Ernst auszustrahlen.“ (Manuel Brug, die Welt). Ihr zweites Album, eine Aufnahme von Werken von B. A. Zimmermann, Thorsten Encke, Johannes X. Schachtner and Peter Eötvös erscheint im Frühjahr.

Elisabeth Kufferath lebt mit ihrer Familie in Hannover, wo sie eine Professur für Violine an der Hochschule für Musik, Theater und Medien innehat. Sie spielt auf einer Violine und einer Viola des deutschen Geigenbauers Stefan-Peter Greiner.


Kiveli Dörken

Kiveli Dörkens Temperament, Leidenschaft und Hingabe für die Musik sind in jedem Moment ihrer Konzerte zu spüren. Mit ihrem ansteckenden Enthusiasmus und einnehmender Ausstrahlung pflegt sie einen engen Kontakt mit ihrem Publikum. Sie spricht ihre Zuhörer gerne an, bevor sie sich ans Klavier setzt, um die Grenzen der Klangmöglichkeiten und des künstlerischen Ausdrucks zu erforschen.

Kiveli Dörken begann ihren musikalischen Weg als 7-jährige Schülerin des renommierten Klavierpädagogen Prof. Karl-Heinz Kämmerling, von dem sie bis zu seinem Tod, 10 Jahre später, unterrichtet wurde. Danach setzte sie ihre Ausbildung bei Prof. Lars Vogt fort, bei dem sie bis heute, an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, studiert.

Sie ist TONAListin und Stipendiatin der Deutschen Stiftung Musikleben, des renommierten Festivals „Spannungen“, der Internationalen Musikakademie Liechtenstein und der „Werner Richard – Dr. Carl Dörken“- Stiftung (keine Verwandtschaft).

Mit acht Jahren gab sie ihr erstes Orchesterkonzert. Darauf folgten mehrere solistische Auftiritte mit Orchestern wie der Deutschen Kammerphilharonie Bremen, der Hamburger Camerata, der Camerata Bern und dem Athener Staatsorchester.

Ihre Konzerttätigkeit führte sie in die meisten Länder Europas, China und den USA und in viele renommierte Konzertsäle, wie der Elbphilharmonie, dem Gewandhaus Leipzig, der Tonhalle Düsseldorf, der Kölner Philharmonie, dem Konzerthaus Berlin, der Alten Oper Frankfurt und dem Mariinsky Theater in St. Petersburg. Sie spielte unter anderem im Kissinger Sommer, bei dem Festival „Spannungen“ in Heimbach, den Gezeitenkonzerten, den Schwetzinger Festspielen, den „Sommets musicaux“ in Gstaad und dem Schleswig-Holstein Musik Festival.

Highlights waren Auftritte für den Dalai Lama (2007) und für die Bundeskanzlerin Angela Merkel in Washington D.C. (2009).

Kiveli widmet einen bedeutenden Teil ihrer Konzerttätigkeit der Kammermusik und tritt regelmäßig mit Künstlern wie Christian Tetzlaff, Sharon Kam, Florian Donderer und Tanja Tetzlaff auf. Mit ihrer Schwester Danae verbindet sie ein festes Duo.

2015 gründete sie zusammen mit ihrer Schwester Danae auf der griechischen Insel Lesbos das Molyvos International Music Festival (MIMF), dessen sie auch künstlerische Leiterin ist. Zwischen Finanzkrise und Flüchtlingsdrama bringt das MIMF nicht nur die Tradition der klassischen Musik nach Lesbos, sondern ist zum Hoffnungsträger der Region geworden.

In dieser Saison wird Kiveli ihre Debüt CD mit Solo- und Kammermusikwerken von Josef Suk beim Label ARS veröffentlichen.


Programm

Felix Mendelssohn: Sonate in f-Moll für Violine und Klavier, op. 4 (21’)

Luciano Berio: Sequenza VIII für Violine solo (15’)

György Kurtág: aus Signs, Games, and Messages (10’)

Hommage á J.S.B
Im Volkston
Doloroso
In Nomine-all’ongherese

Ernest Bloch: Suite Nr. 1 für Violine Solo (8’)

Johannes Brahms: Sonate Nr. 1 für Klavier und Viola in f, op. 120 (25’)